DAS WICHTIGSTE IN KÜRZE
  • Das EU-Geldwäschepaket 2024 schafft mit der AMLA erstmals eine eigene EU-Aufsichtsbehörde für Geldwäscheprävention — Sitz Frankfurt am Main.
  • Ein weitgehend einheitliches Regelwerk (Single Rulebook) macht zentrale Pflichten unmittelbar geltend, statt sie in 27 nationale Gesetze zu übersetzen.
  • Die AMLA wird ausgewählte, grenzüberschreitend tätige Institute voraussichtlich ab 2028 direkt beaufsichtigen.
  • Für Institute zählt jetzt vor allem die belegbare Wirksamkeit der Kontrollen — nicht der Kauf neuer Software.
Europäische Flaggen vor moderner Behördenarchitektur, Gegenlicht, klare geometrische Linien, 16:9

Drei Verschiebungen, die zählen

Erstens wird ein großer Teil der Vorgaben unmittelbar geltendes Recht statt nationaler Umsetzung. Zweitens entsteht eine europäische Behörde, die ausgewählte Institute direkt beaufsichtigt. Drittens — und das wird unterschätzt — steigt die Erwartung an Nachvollziehbarkeit: Nicht nur, dass eine Kontrolle existiert, sondern dass ihre Wirksamkeit belegt ist.

„Gute Geldwäscheprävention erzeugt nicht mehr Meldungen, sondern bessere.“

Was im EU-Geldwäschepaket steckt

Das EU-Geldwäschepaket aus dem Jahr 2024 ordnet die Geldwäscheprävention in Europa neu. Kernstück ist die neue EU-Behörde AMLA (Anti-Money Laundering Authority) mit Sitz in Frankfurt am Main, dazu ein weitgehend einheitliches Regelwerk und eine überarbeitete Geldwäscherichtlinie. Für Institute mit Kundschaft in mehreren Ländern ist die Stoßrichtung klar: weniger nationale Sonderwege, mehr gemeinsame Standards.

DIE BAUSTEINE DES PAKETS
  • AMLA: eine europäische Aufsichtsbehörde mit Sitz in Frankfurt am Main, die ausgewählte, risikoreiche Institute künftig direkt beaufsichtigt (voraussichtlich ab 2028).
  • Ein weitgehend einheitliches EU-Regelwerk (Single Rulebook), das zentrale Pflichten unmittelbar geltend macht — statt sie in 27 nationale Gesetze zu übersetzen.
  • Eine überarbeitete Geldwäscherichtlinie, die die Rolle der nationalen Aufsichtsbehörden und Zentralstellen für Verdachtsmeldungen (FIUs) schärft.
  • Strengere, EU-weit harmonisierte Anforderungen an Sorgfaltspflichten, wirtschaftlich Berechtigte und Nachweisführung.

Was ich jetzt priorisieren würde

REIHENFOLGE STATT AKTIONISMUS
  • Risikoanalyse aktualisieren und begründen — sie ist der Anker für alles Weitere.
  • KYC-Strecken auf Datenqualität prüfen: Was nützt ein Monitoring auf lückenhaften Stammdaten?
  • Monitoring-Regeln nachschärfen und Fehlalarme messen. Eine Regel ohne Trefferquote ist Zufall.
  • Dokumentation so aufbauen, dass eine fremde Prüferin sie ohne Erklärung versteht.

Und was warten kann

Tool-Auswahl. Der Reflex, zuerst Software zu kaufen, ist teuer und selten wirksam: Ohne saubere Risikoanalyse verstärkt ein neues System nur die bestehenden Lücken. Erst Fachlogik, dann Technik.

Schreibtisch mit Laptop, Notizbuch und Kaffeetasse, Datenvisualisierung auf dem Bildschirm, ruhiges Morgenlicht, 16:9

Ich sehe das Paket ohne Sorge, aber mit Respekt. Wer Prävention als Handwerk betreibt, gewinnt sogar: Einheitliche Regeln bedeuten weniger Sonderlogik pro Markt — und das ist für ein Institut mit europäischer Kundschaft eine echte Erleichterung.

Häufige Fragen

Was ist die AMLA?

Die Anti-Money Laundering Authority ist die neue EU-Behörde für Geldwäscheaufsicht mit Sitz in Frankfurt am Main. Sie koordiniert die nationalen Aufseher und beaufsichtigt ausgewählte Institute direkt.

Ab wann beaufsichtigt die AMLA direkt?

Die AMLA nimmt ihre Arbeit schrittweise auf; die direkte Aufsicht über ausgewählte, grenzüberschreitend tätige Institute wird voraussichtlich ab 2028 wirksam.

Was ändert sich für Zahlungsinstitute?

Mehr unmittelbar geltendes EU-Recht statt nationaler Auslegung, höhere Erwartungen an die belegbare Wirksamkeit von Kontrollen und eine mögliche direkte EU-Aufsicht.

Was ist das Single Rulebook?

Ein weitgehend einheitliches EU-Regelwerk, das zentrale Geldwäschepflichten direkt anwendbar macht und nationale Unterschiede reduziert.

Was sollten Institute zuerst tun?

Die Risikoanalyse aktualisieren und begründen, die Datenqualität in den KYC-Strecken sichern und die Wirksamkeit der Monitoring-Regeln messbar dokumentieren — vor jeder neuen Tool-Anschaffung.

QUELLEN · ÖFFENTLICH
  • EU-Geldwäschepaket 2024: Verordnung zur Errichtung der AMLA, einheitliches Regelwerk (AMLR) und 6. Geldwäscherichtlinie (AMLD6)
  • AMLA — Anti-Money Laundering Authority, Sitz Frankfurt am Main
  • BaFin: Informationen zum EU-Geldwäschepaket und zur AMLA
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